Turnen zu Hause

Und rauf, und runter, uuund nochmals. Die 8-jährige Piroska hängt mit zusammengebissenen Zähnen an der Stange im Türrahmen ihres Kinderzimmers und macht Klimmzüge. Normalerweise würde sie im Leistungszentrum Furttal in Regensdorf trainieren, viermal pro Woche, unter Aufsicht einer fachkundigen Trainerin. Doch normal ist im Moment nichts. Weil die Halle wegen der Coronakrise geschlossen ist, absolvieren die rund 60 Turnerinnen des Vereins ihre Trainings zu Hause. «Wir haben Videos mit Anleitungen für Übungen gedreht und diese den Mädchen geschickt», sagt Leiterin Fabienne Rosenbaum. Diese sollen sie nun jeden Tag während einer halben Stunde absolvieren. «Sie machen zwar kaum Fortschritte, aber wenn sie dranbleiben, können sie auf diese Weise zumindest ihren aktuellen Stand halten», so Fabienne Rosenbaum. Ihre Trainings dokumentieren die Kinder per Handy und schicken die Fotos und Videos ihren Trainerinnen zur Kontrolle. «So sind die Kinder motivierter und wir können auch eingreifen, falls eines von ihnen mal eine Übung falsch macht.»
mobilepyhsio.ch ist Sponsor des Vereins. Mit Training zu Hause kennt sich diese spezielle Physiotherapie-Praxis aus. Marcel Zbinden und seine vier Therapeutinnen und Therapeuten bringen mit ihren blauen, auffällig beschrifteten Smarts die Physiopraxis zu den Kundinnen und Kunden nach Hause. «Die meisten Übungen kann man ohne viel Hilfsmaterial zu Hause ausführen», sagt Zbinden. Teure Trainingsgeräte oder ein Fitnessstudio sind dazu nicht nötig. Noch wichtiger als bei sportlichen Kindern ist bei der Physiotherapie oder auch beim Training zur Prävention aber die Kontrolle durch eine Fachperson. «Physiotherapie per Videokonferenz würde in den meisten Fällen nicht funktionieren», sagt Zbinden. Umso besser, dass mobilephysio.ch ihre Dienstleistungen auch in der Coronakrise anbietet. Bisher nur in medizinisch dringenden Fällen, ab Montag, 27. April, dann wieder für alle. Ab diesem Datum erlaubt der Bundesrat wieder, sämtliche physiotherapeutischen Massnahmen anzubieten.